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Das Südwestdeutsche Brustcentrum (SWBC) Heidelberg
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ein Netzwerk zur Qualitätssteigerung in der Diagnostik
und Therapie des Mammakarzinoms
Trotz steigender Inzidenz sinkt die Brustkrebs-Mortalität
in den westlichern Industrienationen wegen eines gesteigerten
“Brustbewusstseins” - damit früherer Brustkrebsdiagnose
- und der Leitlinien-orientierten Therapie. In interdisziplinären
Tumorkonferenzen müssen individuell zugeschnittene Behandlungsstrategien
festgelegt werden, deren Komplexität durch die Flut neuer
Erkenntnisse aus kontrollierten Studien rasch zunimmt. Um
trotzdem in Zeiten knapper werdender Ressourcen die Versorgung
von Brustkrebspatientinnen zu optimieren, bedarf es dynamischer
Strukturen zur raschen und flächendeckenden Implementierung
neuer Standards, für die unabhängige Qualitätskontrolle
sowie die nachhaltige und objektive Öffentlichkeitsarbeit.
Die ideale Antwort auf diese Anforderungen ist ein flächendeckendes
Netzwerke eng kooperierender, regionaler Spezialisten, hier
dargestellt am Beispiel des Südwestdeutschen Brustcentrums
(SWBC) Heidelberg.
Nach ca. 2 jähriger, intensiver Vorbereitung
unter Mithilfe des Westdeutschen Brustcentrums (WBC) in Düsseldorf
und Partnern aus der Industrie mit Diskussionsrunden, Seminaren
und Hospitationen erfolgte Ende 2003 der vertragliche Zusammenschluss
der ersten 6 akademischen Lehrkrankenhäuser bzw. Kreiskrankenhäuser
in der Region Rhein-Neckar (KH Bruchsal, KH Salem Heidelberg,
KH Schwetzingen, KH Sinsheim, KH St. Josef Heidelberg, KH
Weinheim) und der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg
zum SWBC Heidelberg. Bis Januar 2006 sind weitere 6 Akutkrankenhäuser
[KH Buchen, KH Erlenbach, KH Mosbach, Städtisches Klinikum
Baden-Baden (3 Kliniken)] und 1 Rehaklinik (Sigel-Klinik Bad
Schönborn) hinzugekommen. Vorraussetzung für die
Aufnahme war und ist die an den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft
Gynäkologische Onkologie (AGO) der Deutschen Krebsgesellschaft
(DKG) orientierte Behandlung von Patientinnen mit Mammakarzinom,
die strukturierte und monitorierte Datenerfassung im Onkologischen
Dokumentationssystem (ODS) easy der Firma Asthenis und die
Teilnahme an der unabhängigen Qualitätskontrolle
durch externes Benchmarking, welches alle 6 Monate durch das
WBC Düsseldorf erfolgt.
Führendes Ziel des SWBC Heidelberg ist
die Optimierung von Diagnostik, Therapie und Nachsorge bei
Patientinnen mit Mammakarzinom. Dies wird erreicht durch zeitnahe
Aktualisierung verbindlicher Arbeitsanweisungen (sog. SOP´s,
standard operating procedures), durch wöchentliche Tumorboards,
regelmäßige Fortbildungen, Hospitationen und Seminare
sowie das unabhängige Benchmarking der in einem einheitlichen
System erfassten und monitorierten Daten. Das SWBC Heidelberg
unterstützt seine Mitglieder bei allen Bestrebungen der
Qualitätssteigerung insbesondere den Zertifizierungen
zum Brustzentrum nach ISO 9001 durch DKG, Deutsche Gesellschaft
für Senologie (DGS) und TÜV. Dieser Maßnahmenkatalog
führt in der Summe zu Wettbewerbsvorteilen, die sich
in einer verstärkten Zuweisung von Patientinnen sowohl
mit primärem als auch metastasiertem Mammakarzinom widerspiegeln.
Durch die steigenden Patientenzahlen erfolgt eine weitere
Effizienz- und Qalitätssteigerung. Im Jahr 2006 werden
erstmals über 1000 Patientinnen mit primärem Mammakarzinom
innerhalb des SWBC Heidelberg behandelt werden. Diese hohen
Patientenzahlen erlauben zudem über garantierte Rekrutierungsfrequenzen
die Durchführung und Leitung multizentrischer Studien.
Somit besteht die Möglichkeit, schon vor der Zulassung
potentiell überlegene Methoden und Therapien anzubieten,
die außerhalb des Netzwerkes erst zum Teil Jahre später
zur Verfügung stehen. Zur Zeit leitet das SWBC Heidelberg
zusammen mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg
eine der weltweit innovativsten Multicenterstudien zur primär
systemischen Chemotherapie beim Mammakarzinom. Diese Studie
soll abschließend beweisen, dass anhand des Gen-Expressions-Profils
des Primärtumors eine individuell adaptierte Chemotherapie
bestimmt werden kann, die einen maximalen Benfit verspricht.
Die Vorhersage (Prädiktion) eines Therapieansprechens
wird Unter-, Über- und Fehlbehandlungen stark reduzieren.
Über große, innovative Studien können auch
in erheblichem Umfang Drittmittel eingeworben werden, die
knappe Personal- und Sachmittelbudgets aufstocken.
Trotz dieser Vielfältigen Aufgaben und
Möglichkeiten ist die Organisationsstruktur unseres Netzwerkes
sehr schlank, dynamisch und damit kostengünstig. Neben
einem mit einer Halbtageskraft besetzten Sekretariat trifft
sich der Wissenschaftliche Beirat, das zentrale Leitungsorgan
des SWBC Heidelberg, alle 6-8 Wochen zur Beiratssitzung. In
diesem Beirat hat jedes Mitglied eine Stimme. Er ist verantwortlich
für die Qualitätssicherung (Festlegung von Standards,
Diskussion der Ergebnisse des Benchmarking, siehe Abbildung
1), die Organisation regelmäßiger Fortbildungen,
die Öffentlichkeitsarbeit (Homepage, Pressearbeit, Organisation
von Informationsveranstaltungen), Planung und Durchführung
klinischer Studien und translationaler Forschungsprojekte
sowie die Fortentwicklung des Netzwerkes (Aufnahme neuer Mirtglieder).
Unsere Erfahrungen belegen, dass durch Netzwerke
wie das SWBC Heidelberg der einzelne (sowohl Patientin als
auch Mitglied oder Mitarbeiter) immer gewinnt ohne seine Eigenständigkeit
und Entscheidungsfreiheit einzubüßen.
Kontaktadresse:
Sekretariat:
Frau Brigitte Wiegand
Voßstrasse 9
69115 Heidelberg
Tel: 06221 - 567385
Fax: 06221 - 561393
E-mail: info@sw-brustcentrum.de
Internet: www.sw-brustcentrum.de

Abbildung 1:
Qualitätssteigerung durch unabhägiges
Benchmarking qualitativ hochwertiger, extern monitorierter
Daten
Abkürzungen:
WBC, Westdeutsches Brustcentrum Düsseldorf;
SWBC Südwestdeutsches Brustcentrum Heidelberg
© 2006-2010, Südwestdeutsches Brustcentrum Heidelberg,
SWBC |